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freenet.de halten


10.10.2000
Aktienservice Research

Die Analysten von Aktienservice Research empfehlen derzeit die Aktien von freenet.de (WKN 579200) zu halten.

Am vorangegangenen Donnerstag habe freenet.de eine Akquisition bekannt gegeben, wobei man sich mit 30% an der atspeed GmbH, München, beteilige. Darüber hinaus sei eine Option auf eine mehrheitliche Übernahme vereinbart worden. freenet.de erwerbe durch diese Beteiligung weitere Kompetenzen für den Aufbau des geplanten Breitband-Portals. Das ehrgeizige Ziel von freenet.de sei es, das Breitband-Portal bis Ende des Jahres ins Netz zu stellen.

Während freenet.de zusammen mit MobilCom die technische Infrastruktur für ein Breitband-Portal bereitstelle, verfüge atspeed über Know-how im Bereich Archivierungs-Software, Pay-per-view-Technologien und Digitalisierungsverfahren. Neben der Beteiligung an atspeed plane freenet.de den weiteren Ausbau des Portals durch Akquisition weiterer Content- und Technologie-Partner.


Seit dem 10. September habe der Titel kontinuierlich von über 95 Euro auf unter 65 Euro abgegeben. Dies sei zum einen auf die allgemein schwache Marktverfassung und zum anderen auf diverse Spekulationen zurückzuführen. So würden sich trotz Dementi nachhaltig Gerüchte über den Weggang von MobilCom-Chef und Gründer Schmid halten. Danach, so die Befürchtungen vieler Marktteilnehmer, sei das weitere Schicksal MobilComs und damit auch von freenet.de ungewiss.

Ferner werde als störender Faktor die hohe Kapitalbeteiligung der France Telecom an MobilCom, die ihrerseits die Mehrheit an freenet.de halte, empfunden. Die Gefahr, dass France Telecom einen immer größeren Einfluss am Unternehmen erhalte und vermehrt zur Generierung eigener Vorteile nutze, sei indes nicht von der Hand zuweisen.

Ferner würden sich Internet-Service-Provider inmitten einer Neubewertung befinden. So sei mit dem reinen Access- bzw. Internetzugangsgeschäft aufgrund des hochkompetitiven Wettbewerbs mit verbundenem Margendruck kein Gewinn mehr zu erzielen. In Zukunft würden Internet-Service-Provider nur überleben können, wenn es ihnen gelinge, über ein attraktives Contentangebot die Brücke zu höheren E-Commerce-Einnahmen zu schlagen.

Hierbei habe freenet.de zwar große Fortschritte gemacht, so habe man im ersten Halbjahr 2000 die Einnahmen aus Werbung und E-Commerce verdoppelt, dennoch sei die Rentabilität noch in weiter Ferne. Auch sei der absolute Umsatzbeitrag aus Werbung und E-Commerce mit 1,5 Millionen DM im ersten Halbjahr nicht sonderlich hoch.

Vor dem allgemein auf allen Bewertungsebenen wechselhaften Szenario bei freenet.de rate Aktienservice Research zur Einnahme einer abwartenden Haltung. Aktionären empfehle Aktienservice Research eine Haltestrategie, wobei Gewinne aus der Zeit des Börsengangs unter Berücksichtigung steuerlicher Aspekte durch entsprechende Limittechnik abgesichert werden sollten.




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